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Atommüllendlager: Sichtweise der Betroffenen stärker berücksichtigen

BGE informiert Landrat Rempe, Minister Lies, Bürgermeister und Politiker über aktuellen Sachstand zum Salzstock Bahlburg / Öffentliche Informationsveranstaltung am 28. März
21.01.2022 / Admin / Quelle: Landkreis Harburg

Was die Nutzung von Daten zum Salzstock Bahlburg bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle für die Region bedeutet und wie der aktuelle Sachstand der Methodenentwicklung aussieht, stand jetzt im Mittelpunkt eines Online-Informationsgespräches. Landrat Rainer Rempe, Winsens Bürgermeister André Wiese, Salzhausens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause, Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies, die Mitglieder des neuen Kreistagsausschusses für Kreislaufwirtschaft und Atommüllendlagersuche sowie Ortsvorsteher und Vertreter der Bürgerinitiative Bahlburg wurden dort vom Geschäftsführer der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), Steffen Kanitz, informiert. Das Gespräch war bei der öffentlichen Veranstaltung im September mit den betroffenen Kommunen und dem Landkreis Harburg vereinbart worden, um den Sachstand zum Salzstock Bahlburg als Gebiet zur Entwicklung der Methode für die anstehenden repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen (rvSU) zu erläutern.

Einen ersten Ergebnisstand zum Vorgehen will die BGE bei einer öffentlichen Veranstaltung am 28. März vorstellen, danach beginnt das sogenannte Konsultationsverfahren, bei dem sich die Bürgerinnen und Bürger schriftlich einbringen können.

„Transparenz und Kommunikation sind die zentrale Herausforderung im Auswahlprozess für das Endlager“, betonte Umweltminister Olaf Lies. Das Beispiel Bahlburg zeige schon im Hinblick auf die Methodenentwicklung, dass der BGE ein transparentes Vorgehen wichtig ist, aber auch, wie wichtig eine entsprechende Sensibilität bei einer guten Kommunikation ist. Landrat Rainer Rempe würdigte nach der Online-Konferenz ausdrücklich das Engagement und die Einschätzung der Landesregierung. „Im weiteren Prozess wird es wichtig sein, gerade die Sichtweise der Betroffenen einzunehmen“, sagte Rempe. Auch im Namen von Bürgermeister Wiese und Samtgemeindebürgermeister Krause machte Rempe deutlich, dass Landkreis und Kommunen „das Verfahren im Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger weiter kritisch verfolgen werden. Die wissenschaftliche, geologische Untersuchung kann nur ein Aspekt sein, den es bei der Endlagersuche zu berücksichtigen gilt. Immerhin geht es um die Zukunft und Entwicklung unseres Landkreises.“ Daher müssten auch die Nähe zur Wohnbebauung, die Bedeutung für die Natur und als Erholungsgebiete berücksichtigt werden. BGE-Geschäftsführer Steffen Kanitz erläuterte den Umfang einer repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchung. „Dazu gehören mehrere Elemente, mit denen die Sicherheit eines möglichen Endlagers in einer geologischen Formation verbunden mit der dafür notwendigen Technik bewertet werden kann“, sagte er. Mit Blick auf den Salzstock Bahlburg beschrieb Kanitz die Datenquellen, mit denen die BGE arbeitet, beispielsweise Bohrdaten, zu denen auch Schichtenverzeichnisse und Ergebnisse geophysikalischer Bohrlochmessungen gehören. Kanitz zeigte zwei Darstellungen des Salzstocks aus den geologischen 3D-Modellen des Landes Niedersachsen und die Unterschiede zwischen den beiden Modellen aus dem Jahr 1993 (Geotektonischer Atlas 3D) sowie 2021 (TUNB Tiefer Untergrund des norddeutschen Beckens). Zudem wies er darauf hin, mit welchen Mitteln die BGE mehr Informationen über den inneren Aufbau des Salzstocks (Internbau) gewinnen möchte. Die Rückfragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an die BGE bei der Konferenz machten deutlich, wie erklärungsbedürftig die geologischen Zusammenhänge sind. Die Fragen drehten sich auch darum, welche Datenquellen die BGE für ihre Analysen heranzieht. In der Diskussion ging es außerdem um die grundsätzliche Eignung der Wirtsgesteine Salz, Ton und Kristallin mit den unterschiedlichen Vor- und Nachteilen. Im Ausland – beispielsweise in den USA, in Finnland und Schweden – gebe es dazu unterschiedliche Antworten. BGEGeschäftsführer Kanitz betonte jedoch, dass die Frage nach dem am besten geeigneten Wirtsgestein nicht zeitnah entschieden werde. Für einige Nachteile der jeweiligen Wirtgesteine gebe es auch technische Lösungen, die diese gegebenenfalls ausgleichen könnten. Die Beteiligten vereinbarten aufgrund der konkreten regionalen Betroffenheit, den bisherigen engen Austausch auch nach der Veröffentlichung des Entwurfs der Methodenentwicklung Ende März mit direkten Gesprächen aufrecht zu erhalten. Darauf drängte insbesondere auch der Vertreter der BI Salzstock Bahlburg, Christian Grupp. Er sagte, dass die Zeit des Konsultationsverfahrens begrenzt und die Materie für Laien kaum zu durchdringen sei. Dies unterstrich auch Landrat Rempe und wies darauf hin, dass die Aussagen bei der öffentlichen Veranstaltung im September längst nicht alle überzeugt hätten. Hintergrund: Der Bund hat nach dem jahrelangen Streit um den Salzstock Gorleben die Suche für ein atomares Endlager neu gestartet. Die Entscheidung über den Standort für ein atomares Endlager soll, ausgehend von einer „weißen Landkarte“, nach wissenschaftlichen Erkenntnissen getroffen werden. 2031 will der Bund den Standort gefunden haben, ab 2050 sollen Behälter mit strahlendem Abfall unterirdisch eingelagert werden. Ziel ist es, einen Standort in Deutschland für die Tiefenlagerung der hochradioaktiven Abfälle zu finden, der für eine Million Jahre die bestmögliche Sicherheit bietet. Ein erster Zwischenbericht weist 90 sogenannte Teilgebiete aus, die günstige geologische Voraussetzungen für die sichere Endlagerung hochradioaktiver Abfälle erwarten lassen. Demnach sind rund 54 Prozent der Fläche der Bundesrepublik Deutschland aus geologischer Sicht für die Endlagerung von Atommüll grundsätzlich geeignet. Darunter sind auch Gebiete im Landkreis Harburg, unter anderem der Salzstock Bahlburg. In dem Salzstock, der sich von Luhdorf bis hinter Garstedt erstreckt, sollen exemplarisch für den Wirtsgesteins-Typ „steilstehende Salzstrukturen“ Methoden für die repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen entwickelt werden. Sicherheitsuntersuchungen dienen als Instrument, um Gebiete besser für ihre Eignung oder Nicht-Eignung bewerten zu können und so von großflächigen und zahlreichen Teilgebieten zu enger umrissenen Standortregionen zu kommen. Eine abschließende Aussage zur Eignung Bahlburgs als Endlager wird es aber auch nach Abschluss der rvSU noch nicht geben. Bei der Infoveranstaltung im März geht es zunächst darum, wie die 90 Teilgebiete überprüft werden sollen. Welche Gebiete bundesweit tatsächlich als bestmöglicher Standort in Frage kommen, wird in den nächsten Jahren in einem mehrstufigen Verfahren geklärt. Die ermittelten möglichen Standortregionen werden nach und nach weiter eingegrenzt, indem die Geologie und die zugehörigen technischen Lösungen immer detaillierter untersucht werden. Kriterien wie beispielsweise die Nähe zu Wohngebieten, werden nur dann berücksichtigt werden, wenn geologisch gleichwertige Gebiete miteinander verglichen werden. Über die Auswahl der Standortregionen entscheidet der Bundestag.

 

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